1. Sagen, was genau gemeint ist
Wörter wie „viele“, „besser“ oder „erfolgreich“ lassen oft offen, woran eine Aussage festgemacht wird. Benenne stattdessen, welche Gruppe, welches Merkmal und welcher Vergleich gemeint sind. Nicht jede Passage braucht eine Zahl, aber jede zentrale Behauptung einen klaren Bezug.
Verwende einen Fachbegriff konsistent. Wenn „Zufriedenheit“ gemessen wurde, ist „Motivation“ kein elegantes Synonym. Eine stilistische Abwechslung darf nicht unbemerkt den untersuchten Gegenstand verändern.
2. Sicherheit und Reichweite passend ausdrücken
Formulierungen wie „deutet darauf hin“ können eine begrenzte Aussagekraft sichtbar machen. Setze solche Einschränkungen gezielt ein: Welche Unsicherheit besteht und warum? Eine lange Reihe aus „möglicherweise“, „eventuell“ und „wohl“ macht eine unklare Aussage nicht präziser.
Weiterführend: George Mason University: Hedges in Academic Writing
3. Sätze entlasten, ohne Inhalt zu verlieren
Prüfe bei einem schwer lesbaren Satz zuerst die Hauptaussage. Stehen mehrere unterschiedliche Begründungen darin, teile ihn. Halte zusammengehörige Wörter nah beieinander und nenne das handelnde Subjekt, wenn es für die Aussage wichtig ist.
Aktiv und Passiv sind Werkzeuge, keine Qualitätsklassen. Ebenso gibt es kein fachübergreifendes Verbot der Ich-Form. Entscheidend sind die Gepflogenheiten deines Fachs und die Funktion im jeweiligen Abschnitt. Eine automatische Stilprüfung kann diese Entscheidung nicht vollständig übernehmen.
4. In getrennten Durchgängen überarbeiten
Prüfe zunächst Inhalt und Begründung, danach Begriffe und Satzbau und erst zum Schluss Rechtschreibung und Zeichensetzung. So polierst du nicht lange einen Absatz, den du später ohnehin streichen musst.
Vergleiche jeden automatisch umgeschriebenen Satz mit dem Original. Sind Zahlen, Einschränkungen und Quellenbezüge erhalten? Wenn die neue Formulierung mehr behauptet, ist sie trotz flüssiger Sprache ungeeignet.
Dein nächster Schritt
Gehe die Prüfpunkte oben für deine eigene Arbeit durch.
Allgemeine Orientierung für wissenschaftliches Arbeiten. Fachspezifische Regeln und die aktuellen Vorgaben deiner Hochschule haben Vorrang. Unsere Tools ersetzen keine eigene Prüfung.
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