Auf deine Arbeit anwenden
Dein konkreter Arbeitsweg
Am Ende hast du: Korrekt ausgewiesener indirekter Nachweis.

Original suchen
Nutze den vollständigen Nachweis der gelesenen Quelle, um das Original tatsächlich zu beschaffen.
Prüfbarer Zwischenstand: Geklärter Zugang zur ursprünglichen Aussage.
Zugriff ehrlich kennzeichnen
Falls das Original nicht verfügbar ist, unterscheide die zugeschriebene Aussage von deiner tatsächlich gelesenen Sekundärquelle.
Prüfbarer Zwischenstand: Kein vorgetäuschter Originalzugriff.
Stilregel anwenden
Prüfe die Regel für Sekundärzitate und Literaturverzeichnis im verbindlichen Leitfaden.
Prüfbarer Zwischenstand: Korrekt ausgewiesener indirekter Nachweis.
1. Erkennen, was du tatsächlich vor dir hast
In einem Lehrbuch findest du eine prägnante Aussage, die einer älteren Veröffentlichung zugeschrieben wird. Du hast das Lehrbuch gelesen, nicht die ältere Veröffentlichung. Damit kannst du zunächst nur sicher beschreiben, wie das Lehrbuch die ursprüngliche Aussage wiedergibt. Prüfe, ob es ein wörtliches Zitat, eine Zusammenfassung oder eine eigene Interpretation des Lehrbuchautors ist. Diese Unterschiede sind wichtig: Eine Paraphrase durch Dritte darf nicht als vermeintlich genauer Wortlaut des Originals erscheinen.
Purdue OWL empfiehlt für APA, möglichst die Originalquelle zu lesen. Wenn das nicht möglich ist und eine Originalaussage über eine andere Quelle verwendet wird, muss dieser indirekte Zugang im Text erkennbar sein. Das ist kein Trick, um schwer beschaffbare Quellen einfach auszulassen. Je zentraler eine Aussage für dein Argument ist, desto wichtiger ist eine überprüfbare Belegbasis. Halte deshalb zunächst fest, welche Passage du verwenden möchtest und welchen Zugang du wirklich besitzt.
Weiterführend: Purdue OWL: Citing Indirect Sources
2. Das Original gezielt suchen und nicht nur bibliografisch finden
Übernimm die bibliografischen Angaben aus der gelesenen Quelle in eine Arbeitsnotiz und suche damit im Bibliothekskatalog, über einen DOI oder auf der Publikationsseite. Ein Katalogeintrag oder Abstract bedeutet noch nicht, dass du die relevante Passage geprüft hast. Kontrolliere außerdem Auflage, Übersetzung und Erscheinungsjahr. Eine digital erreichbare spätere Fassung kann anders gegliedert sein oder abweichende Seitenzahlen haben. Notiere die Version, die du tatsächlich lesen konntest, statt die erste passende Jahreszahl zu übernehmen.
Wenn du das Original erhältst, lies die Passage mit ihrem Kontext. Prüfe, ob die sekundäre Darstellung eine Einschränkung ausgelassen hat oder eine fremde Interpretation ergänzt. Erst danach entscheidest du, ob du das Original, die Interpretation der späteren Quelle oder beide für unterschiedliche Aussagen belegst. Findest du kein Original, dokumentiere den offenen Zugang in deinen Notizen. Erfinde weder eine Fundstelle noch einen angeblichen Originalwortlaut, um deinen Text formal vollständiger aussehen zu lassen.
3. Das Sekundärzitat transparent kennzeichnen
Der APA-Leitfaden der Curtin University erläutert den indirekten Nachweis mit der ursprünglichen und der tatsächlich gelesenen Quelle im Text; in das Literaturverzeichnis gehört für diesen Nachweis die gelesene sekundäre Quelle. Die englische Verbindung lautet „as cited in“. Ob deine Hochschule eine deutsche Form wie „zitiert nach“ vorsieht, prüfst du in ihrem Leitfaden. Andere Zitierstile können abweichende Regeln haben. Setze eine Seitenangabe der gelesenen Quelle nicht an die Stelle einer unbekannten Originalseite.
Das folgende Muster verwendet frei erfundene Namen und Jahreszahlen und ist kein Beleg für eine existierende Publikation. Es zeigt ausschließlich die Zugangskette. Wenn das Originaljahr unbekannt ist, ergänze es nicht nach Gefühl. Wenn du einen Wortlaut übernimmst, musst du zusätzlich die Regeln für direkte Zitate beachten und die Fundstelle in dem Dokument angeben, das dir vorliegt. Ein Sekundärvermerk hebt die Pflicht zur genauen Wiedergabe und zur ehrlichen Kennzeichnung nicht auf.
Weiterführend: Curtin University Library: APA 7, Sekundärquellen
4. Originalidee und spätere Interpretation trennen
Frage für deinen eigenen Satz: Will ich behaupten, was die ältere Autorin selbst geschrieben hat, oder untersuche ich, wie die spätere Quelle diese Autorin interpretiert? Für die zweite Aufgabe belegst du die gelesene Interpretation als solche. Du musst dafür nicht so tun, als würdest du das Original direkt beurteilen. Ein Formulierungsrahmen wäre: „Die gelesene Darstellung ordnet die frühere Position als … ein.“ Ergänze anschließend, weshalb diese Einordnung für deine Forschungsfrage relevant ist.
Vorsicht bei Quellenketten mit mehreren Zwischenstufen: Ein Lehrbuch kann aus einem anderen Lehrbuch zitieren, das seinerseits einen ursprünglichen Artikel zusammenfasst. Halte diese Situation offen fest und suche eine näher am Original liegende Belegbasis. Verwandle die Kette nicht in einen scheinbar direkten Nachweis. Wenn das Argument ohne diese schwer überprüfbare Aussage auskommt, ist eine klarer belegte Alternative häufig die bessere Lösung als ein immer komplizierterer Vermerk mit unklaren Verantwortlichkeiten.
5. Den Quellenzugang bei der Endkontrolle sichtbar halten
Führe in deiner Literaturmatrix ein Feld zum tatsächlichen Lesezugang. Markiere Original gelesen, sekundär vermittelt oder noch offen. Prüfe beim Überarbeiten, ob sich dieser Status verändert hat. Wenn du das Original später selbst erhältst, kontrolliere die Aussage erneut und aktualisiere den Beleg bewusst. Ändere nicht nur den Namen in der Klammer. Das Original kann eine andere Bedeutung haben, sodass auch der Satz und die daraus gezogene Schlussfolgerung angepasst werden müssen.
Der Abschlusswerk-Zitiergenerator kann beim Formatieren einer Quellenangabe helfen, bestätigt aber nicht, welches Dokument du gelesen hast. Gib die realen Metadaten ein und kontrolliere das Ergebnis am jeweiligen Leitfaden. Gehe vor der Abgabe jede sekundär vermittelte Kernaussage noch einmal durch. Ein sauberer Nachweis lässt erkennen, wer eine Aussage ursprünglich vertreten haben soll, welche Quelle sie dir vermittelt und wie weit deine eigene Prüfung tatsächlich reicht. Genau diese Transparenz ist wichtiger als eine besonders lange Literaturliste.
So unterstützt dich das passende Tool
- Vorbereiten
- Prüfe Quellentyp, Autorenschaft, Titel, Jahr, Version und geltenden Zitierstil am Original.
- Ergebnis weiterverwenden
- Vergleiche die erzeugte Angabe mit Original und Leitfaden, bevor du sie übernimmst.
- Grenze der Unterstützung
- Ein formal erzeugter Nachweis bestätigt weder Existenz noch Qualität oder inhaltliche Passung der Quelle.
Dein nächster Schritt
Gehe die Prüfpunkte oben für deine eigene Arbeit durch.
Allgemeine Orientierung für wissenschaftliches Arbeiten. Fachspezifische Regeln und die aktuellen Vorgaben deiner Hochschule haben Vorrang. Unsere Tools ersetzen keine eigene Prüfung.
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