Auf deine Arbeit anwenden
Dein konkreter Arbeitsweg
Am Ende hast du: Eine Fundstellentabelle mit echten Nachweisen und klar getrennten offenen Punkten erstellen.

Leitlinie auswählen
Gleiche den tatsächlichen Forschungsansatz mit dem Geltungsbereich und den Hochschulvorgaben ab.
Prüfbarer Zwischenstand: Leitlinie, Fassung und Grund ihrer Auswahl sind dokumentiert.
Fundstellen abgleichen
Ordne konkrete Textstellen zu und trenne fehlende Darstellung von nicht durchgeführten Schritten.
Prüfbarer Zwischenstand: Jeder offene Punkt hat einen ehrlichen Bearbeitungsstatus.
Endfassung prüfen
Kontrolliere nach der Überarbeitung Verweise, Nachweise und die Grenzen des endgültigen Berichts.
Prüfbarer Zwischenstand: Tabelle und Abgabefassung stimmen nachvollziehbar überein.
1. Die Leitlinie nach dem Untersuchungsansatz auswählen
COREQ richtet sich laut dem offiziellen EQUATOR-Eintrag an qualitative Studien mit Interviews und Fokusgruppen. Die von Tong, Sainsbury und Craig veröffentlichte Liste umfasst 32 Punkte und betrifft den gesamten Bericht. Übertrage sie deshalb nicht ungeprüft auf jede Arbeit, in der irgendwo eine offene Frage vorkommt. Kläre zuerst, welchen qualitativen Ansatz du tatsächlich verwendet hast und welche Vorgaben dein Fach oder deine Hochschule macht. Die Leitlinie ist ein Hilfsmittel, kein zusätzlicher erfundener Prüfungsstandard.
Lege als eigene Arbeitshilfe ein Blatt mit drei Kopfzeilen an: Untersuchungsansatz, verwendete Leitlinie samt Version und vorrangige Hochschulvorgaben. Unser fiktives Lernbeispiel ist eine Interviewarbeit zur Nutzung von Schreibfeedback. Notiere, weshalb COREQ hier als Berichtscheck infrage kommt. Halte dagegen ausdrücklich fest, wenn du nur Dokumente analysierst oder eine andere Methode verwendest. Eine passender wirkende Bezeichnung darf den tatsächlich durchgeführten Forschungsweg nicht nachträglich ersetzen. Die Auswahl soll zum Bericht passen, nicht umgekehrt.
Weiterführend: EQUATOR Network: COREQ, offizieller Leitlinieneintrag
2. Fundstellen zuordnen statt bloß Häkchen setzen
SRQR wurde für ein breiteres Spektrum qualitativer Forschung entwickelt. Der Originalabstract von O’Brien und Mitautoren beschreibt 21 Berichtspunkte und nennt Transparenz bei zugleich notwendiger methodischer Flexibilität als Ziel. Die genaue Anwendung muss daher zu deinem Ansatz passen. Lies die aktuelle Leitlinie im Original und dokumentiere, welche Fassung du verwendest. Die folgende eigene Fundstellentabelle ist eine Arbeitsorganisation, keine Übersetzung und keine vollständige Wiedergabe von COREQ oder SRQR.
Erstelle vier Spalten: gefragte Information, genaue Fundstelle, tatsächlicher Arbeitsnachweis und offene Entscheidung. Als eigener Prüffall dient die Fallauswahl: Eine Textstelle wie geeignete Studierende wurden befragt ist noch keine konkrete Auswahlbegründung. Verweise auf den Abschnitt, in dem Kriterien und tatsächlicher Zugang beschrieben sind. Ergänze intern, auf welcher vorhandenen Notiz diese Darstellung beruht. So unterscheidest du eine Berichtslücke von einer fehlenden oder ungeklärten Forschungsentscheidung. Verwende keine vertraulichen Kontaktdaten in einer öffentlich vorgesehenen Checkliste.
Weiterführend: O’Brien et al. (2014): Standards for reporting qualitative research, Originalabstract
3. Berichtslücken von Durchführungslücken trennen
Lies einen als unvollständig markierten Punkt in Ruhe. Wurde ein Schritt durchgeführt, aber noch nicht erklärt? Ist der Punkt für den gewählten Ansatz nicht passend? Oder fehlt tatsächlich eine wichtige Entscheidung? Notiere diese Zustände unterschiedlich. Eine fehlende Beschreibung lässt sich aus vorhandenen Unterlagen ergänzen. Ein nicht durchgeführtes Verfahren darfst du nicht als erledigt darstellen, nur damit ein Häkchen gesetzt werden kann. Ungeklärte oder methodisch folgenreiche Lücken gehören in die Abstimmung mit deiner Betreuung.
Im fiktiven Interviewbeispiel gibt es vielleicht datierte Memos zur Entwicklung der Interpretation, aber noch keine verständliche Beschreibung im Methodenkapitel. Hier kannst du den tatsächlichen Weg erläutern. Wenn es dagegen keine Rückmeldung der Befragten zur Auswertung gab, schreibst du keine solche Bestätigung in den Text. Prüfe mit fachlicher Unterstützung, was zum Ansatz passt und wie eine nicht verwendete Vorgehensweise sachlich beschrieben wird. Eine Checkliste legitimiert weder erfundene Maßnahmen noch eine pauschale Behauptung methodischer Fehlerfreiheit.
4. Den Bericht mit einer zweiten Leseperspektive kontrollieren
Gib deiner eigenen Fundstellentabelle einen Versionsstand und beziehe sie auf die endgültige Datei. Ein Verweis auf Seite zwölf kann nach einem neuen Umbruch falsch sein. Ergänze bei Bedarf Kapitelüberschrift und Absatzanfang, damit sich die Information wiederfinden lässt. Der offizielle SRQR-Eintrag ordnet die Leitlinie dem ganzen Bericht zu. Die Kontrolle sollte deshalb nicht am Methodenkapitel enden: Prüfe, ob Frage, Ergebnisdarstellung und Aussagegrenzen noch mit der beschriebenen Untersuchung zusammenpassen.
Eine eigene kurze Leseprobe hilft bei der Verständlichkeit. Bitte eine dafür geeignete Person, nur anhand des Berichts zu erklären, wer oder was untersucht wurde, wie die Auswertung zustande kam und wo offene Grenzen liegen. Gib keine Antworten vor, sondern notiere unklare Stellen. Eine solche Leseprobe ist keine unabhängige Fachbegutachtung. Sie zeigt jedoch, wo eine scheinbar vollständig ausgefüllte Tabelle noch keinen lesbaren Forschungsbericht ergeben hat. Überarbeite anschließend die konkret benannte Passage und kontrolliere den Verweis erneut.
Zum Abschluss vergleichst du den Wortlaut des Berichts mit den erhaltenen Arbeitsnachweisen. Vermeide nachträglich erfundene Geradlinigkeit: Eine begründete Planänderung kann transparent beschrieben werden. Notiere außerdem, welche Vorgaben du mit deiner Betreuung geklärt hast und welche Punkte außerhalb deiner Prüfung liegen. Reiche eine Checkliste nur in der geforderten Form ein. Weder die Zahl gesetzter Häkchen noch ein Toolergebnis garantiert eine gute Bewertung, die Vollständigkeit aller Angaben oder die methodische Angemessenheit deiner Studie.
Im Methodenfinder kannst du Thema, Forschungsfrage, Erkenntnisziel sowie den allgemeinen Material- und Analyseansatz beschreiben. Nutze eine Empfehlung allenfalls zur erneuten Einordnung einer offenen Methodenfrage, nicht als automatische COREQ- oder SRQR-Prüfung. Das Tool liest keinen vollständigen Bericht gegen alle Leitlinienpunkte und bestätigt keine tatsächliche Durchführung. Für den Fundstellencheck arbeitest du am eigenen Text und den Originalleitlinien. Vertrauliche Forschungsdaten und sensible Arbeitsunterlagen gehören nicht in eine allgemeine Planungseingabe.
Weiterführend: EQUATOR Network: SRQR, offizieller Leitlinieneintrag
So unterstützt dich das passende Tool
- Vorbereiten
- Thema, Forschungsfrage, Erkenntnisziel und eine allgemeine Beschreibung der offenen Methodenfrage vorbereiten.
- Ergebnis weiterverwenden
- Die Vorschläge nur für die Methodenfrage verwenden und den eigentlichen Berichtscheck an Originalleitlinien durchführen.
- Grenze der Unterstützung
- Der Methodenfinder führt keine vollständige COREQ- oder SRQR-Prüfung durch und zertifiziert weder Bericht noch tatsächliche Studiendurchführung.
Begründe die tatsächlichen Methodenentscheidungen, bevor du ihre Darstellung prüfst. Die Methodik begründen: Frage, Daten und Auswertung verbinden
Kontrolliere, ob Befund und weitergehende Deutung im Bericht unterscheidbar bleiben. Ergebnisse und Diskussion trennen, ohne den Zusammenhang zu verlieren
Dein nächster Schritt
Gehe die Prüfpunkte oben für deine eigene Arbeit durch.
Allgemeine Orientierung für wissenschaftliches Arbeiten. Fachspezifische Regeln und die aktuellen Vorgaben deiner Hochschule haben Vorrang. Unsere Tools ersetzen keine eigene Prüfung.
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