Abgabe & Verteidigung

Alternativtexte für Abbildungen: Inhalt vermitteln statt Dateinamen wiederholen

Informationstragende Grafiken von Dekoration unterscheiden, kurze Beschreibungen schreiben und komplexe Inhalte zusätzlich zugänglich erläutern.

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Auf deine Arbeit anwenden

Dein konkreter Arbeitsweg

Am Ende hast du: Die fachlichen Informationen jeder Abbildung durch geprüfte Textalternativen zugänglich machen.

Arbeitsablauf: 1. Zweck erfassen: Jede Abbildung hat eine klar begründete Beschreibungsaufgabe. 2. Beschreibung schreiben: Wichtige Inhalte sind ohne bloßen visuellen Zugriff nachvollziehbar. 3. Export kontrollieren: Die tatsächlich verwendete Fassung ist getestet; Grenzen sind dokumentiert.
Eigene schematische Arbeitshilfe: Zweck erfassen → Beschreibung schreiben → Export kontrollieren. Die Schritte werden unten erläutert; keine empirischen Ergebnisse.
  1. Zweck erfassen

    Notiere Informationsgehalt, Dekoration und vorhandenen Begleittext.

    Prüfbarer Zwischenstand: Jede Abbildung hat eine klar begründete Beschreibungsaufgabe.

  2. Beschreibung schreiben

    Verfasse kurzen Alternativtext und bei Bedarf eine strukturierte Langbeschreibung.

    Prüfbarer Zwischenstand: Wichtige Inhalte sind ohne bloßen visuellen Zugriff nachvollziehbar.

  3. Export kontrollieren

    Prüfe erhaltene Texte, Leseweg und technische Darstellung der Ausgabedatei.

    Prüfbarer Zwischenstand: Die tatsächlich verwendete Fassung ist getestet; Grenzen sind dokumentiert.

Abgabereife prüfen

1. Die Informationsaufgabe jeder Abbildung bestimmen

Frage bei jeder Abbildung, welche Information fehlen würde, wenn sie nicht sichtbar wäre. Ein Ergebnisdiagramm, Ablaufplan oder erklärendes Foto trägt eine andere Aufgabe als ein rein dekorativer Rahmen. Notiere in einer eigenen Bildliste Kennung, Zweck, zentrale Information, vorhandenen Begleittext und Bearbeitungsstatus. Microsoft empfiehlt, den Sinn und Kontext visueller Inhalte zu vermitteln und automatisch erzeugte Beschreibungen zu prüfen. Ein Dateiname, ein leerer Standardtext oder nur Diagramm reicht dafür meist nicht. Bezeichne eine wichtige Abbildung nicht als dekorativ, nur weil ein automatischer Prüfer dann keine fehlende Beschreibung mehr meldet.

Unser erfundener Lernfall zeigt einen Ablauf mit Entscheidung nach der Volltextlektüre. Die relevante Information ist nicht die Farbe der Kästen, sondern welche Entscheidung zu Aufnahme, Ausschluss oder weiterer Klärung führt. Schreibe zunächst diese Bedeutung in gewöhnlichem Text. Prüfe daneben, ob wichtige Aussagen nur durch Farbe vermittelt werden. Eine Beschreibung sollte den tatsächlich vorhandenen Inhalt erklären, nicht eine zusätzliche Interpretation erfinden. Bei einem Foto kann der für die Argumentation relevante Kontext wichtig sein; vermutete Eigenschaften abgebildeter Personen gehören nicht ohne Beleg hinein. Die notwendige Beschreibung richtet sich nach dem Zweck im konkreten Dokument.

Weiterführend: Microsoft Support: Everything you need to know to write effective alt text

2. Einen knappen, zutreffenden Alternativtext formulieren

Beginne mit der Information, nicht mit einer umfangreichen Aufzählung sämtlicher visueller Details. Für den eigenen Ablaufplan könnte der kurze Text lauten: Literaturauswahl mit drei Volltextentscheidungen; unklare Fälle bleiben zur weiteren Prüfung offen. Die genaue Ausführung wird anschließend im zugänglichen Begleittext erläutert. Das ist kein universelles Wortlimit, sondern eine eigene Formulierungsprobe. Prüfe, ob der Satz tatsächlich zur Grafik passt. Eine Bildunterschrift kann Quelle und Titel nennen; der Alternativtext hat die Aufgabe, fehlenden visuellen Zugriff sinnvoll auszugleichen. Beide Elemente dürfen sich ergänzen, statt nur denselben Dateinamen zu wiederholen.

Vermeide unbelegte Botschaften wie deutliche Verbesserung, wenn das Diagramm keinen entsprechenden Vergleich enthält. Bei Ergebnisgrafiken beschreibe wichtige Richtung, Bezugsgrößen und Unsicherheit nur soweit sie wirklich dargestellt sind. Bei eigenen Schaubildern muss erkennbar bleiben, dass keine empirischen Daten gezeigt werden. Halte solche Angaben auch im Begleittext fest. Automatische Vorschläge können Objekte erkennen, aber fachliche Beziehungen verfehlen. Lies jeden Vorschlag gegen die Originalabbildung und die Aussage des Abschnitts. Verwende keine Beschreibung mit höherer Sicherheit als der Text selbst, etwa einen gesicherten Effekt für eine nur schematisch dargestellte Verbindung.

3. Komplexe Inhalte zusätzlich im zugänglichen Text erläutern

Die W3C-Anleitung für komplexe Bilder unterscheidet kurze Identifikation von einer ausführlicheren textlichen Entsprechung. Bei einem umfangreichen Diagramm kann eine Tabelle, eine strukturierte Beschreibung oder eine Erklärung im Fließtext nötig sein. Die Anleitung betrifft Webinhalte; die Grundidee einer zugänglichen Informationsalternative ist auch für deine Dokumentprüfung hilfreich, ihre technische Umsetzung hängt aber vom Format ab. Beschreibe bei einem Ablauf Bedingungen und Abzweigungen in logischer Reihenfolge. Bei einer Grafik mit Daten sind relevante Werte und Zusammenhänge in einer zugänglichen Tabelle häufig besser überprüfbar als in einem einzigen sehr langen Alternativtext.

Erstelle für den Lernfall eine eigene Langbeschreibung: Nach der Volltextprüfung werden erfüllte Kriterien als Aufnahme dokumentiert, nicht erfüllte als begründeter Ausschluss und unklare Informationen als offener Prüfauftrag. Die Grafik und die Beschreibung müssen dieselben Wege enthalten. Verweise verständlich auf diese Erklärung und prüfe, ob sie an einem sinnvollen Leseort erreichbar ist. Ein Verweis auf siehe unten hilft wenig, wenn die Zielstelle nicht eindeutig ist. Bei übernommenen Abbildungen bleiben Herkunft und Bearbeitung kenntlich; eine selbst verfasste Beschreibung macht fremde Inhalte nicht zu eigenen und ersetzt keine erforderliche Quellenangabe.

Weiterführend: W3C WAI: Complex images

4. Die exportierte Fassung tatsächlich kontrollieren

Trage die Beschreibung im vorgesehenen Feld der Quelldatei ein und prüfe, ob sie nach dem Export erhalten bleibt. Die Bedienoberfläche variiert nach Programm und Version. Kontrolliere nicht nur das Vorhandensein eines Feldes, sondern die sinnvolle Lesereihenfolge und die erreichbare Langbeschreibung. Ein automatischer Zugänglichkeitscheck findet bestimmte Probleme, beurteilt aber nicht zuverlässig die fachliche Qualität des Textes. Teste repräsentative Abbildungen zusätzlich mit geeigneter assistiver Technik oder fachkundiger Unterstützung. Wenn der Export Informationen verliert, korrigiere den Ausgangsworkflow und prüfe erneut. Eine grüne Prüfanzeige allein ist keine vollständige Zugänglichkeitsgarantie.

Der Abgabereife-Check kann ergänzende Hinweise zur Vorbereitung einer eigenen Arbeit liefern. Sammle daneben deine Bildliste und die tatsächlich exportierte Fassung für die separate Zugänglichkeitsprüfung. Verwende Hinweise als Arbeitsaufträge und prüfe die Abbildungen selbst; das Tool setzt keine Alternativtexte und zertifiziert keine barrierefreie PDF. Der fertige Zwischenstand ist eine Bildliste mit geprüften kurzen Beschreibungen, erreichbaren ausführlichen Erklärungen wo nötig und dokumentierter Exportkontrolle. So bleiben wichtige Informationen nicht allein von visueller Wahrnehmung abhängig. Verbleibende technische Grenzen werden benannt und bei erforderlicher formaler Zugänglichkeit mit der zuständigen Stelle geklärt.

Zum Gegenprüfen

So unterstützt dich das passende Tool

Vorbereiten
Eigene Arbeit, Bildliste und exportierte Fassung für getrennte Prüfungen bereitlegen.
Ergebnis weiterverwenden
Hinweise als Arbeitsaufträge nutzen und Abbildungen samt Export manuell kontrollieren.
Grenze der Unterstützung
Der Check setzt keine Alternativtexte und bestätigt keine vollständige PDF-Zugänglichkeit.

Dein nächster Schritt

Gehe die Prüfpunkte oben für deine eigene Arbeit durch.

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